Wie bringt man Kindern die Kunst näher

 Kinder sind begeisterte Künstler. Sie lieben es, mit Farbe zu spielen, zu klecksen und mit Pinseln zu experimentieren. Haben sie ihre Ideen schließlich einmal auf Papier oder Leinwand gebannt, möchten sie ihr Werk natürlich allen präsentieren und sind stolz, wenn das Bild einen Platz an der Wohnzimmerwand findet. Einige Kinder gehen mit Stiften jedoch eher lustlos um und haben keinen Spaß an der Kunst. „Ich kann das nicht“, hört Mama, wenn sie den Nachwuchs ermuntert, ein Bild zu zeichnen. Wie kann man Kindern den Spaß an der Kunst näher bringen? In Städten finden sich viele Möglichkeiten, der Kunst zu begegnen. Jedoch ist ein Besuch im Kunstmuseum für Eltern nicht immer ein Kinderspiel. Schließlich müssen die Kleinen dort leise sein, dürfen nicht zwischen den Exponaten rennen und auf keinen Fall die Werke anfassen. Viele ziehen deshalb einen Besuch im Verkehrsmuseum vor, wo Kinder wenigstens ein paar Knöpfe drücken oder sich in eine Lokomotive setzten können. Doch Eltern brauchen Kunstausstellungen nicht zu meiden, schließlich eröffnet die Kunst auch schon den Kleinsten völlig neue Welten. Die Kinder spüren in der Atmosphäre eines Kunstmuseums genau, dass dort etwas Besonderes gezeigt wird. Mit den nachfolgenden Tipps und Tricks wird der Ausflug ins Kunstmuseum eine Bereicherung für die ganze Familie und inspiriert auch die Kleinen zu eigenen Kunstwerken.

 

Museumsbesuch dosieren durch Vorauswahl der Bilder

Wo können Kindern der Kunst näher sein als im Museum. Fast in jeder größeren Stadt gibt es Bilderausstellungen. Eltern sollten sich schon vor dem Ausflug ins Kunstmuseum über die Bilder informieren, die dort präsentiert werden und eine persönliche Vorauswahl treffen, welche Bilder angeschaut werden. Schließlich soll der erste Annäherungsversuch mit der Kunst den Kindern gefallen uns sie nicht langweilen oder gar erschrecken. Abstrakte Kunst wirkt auf Kinder zunächst mit seinen Klecksen und undefinierbaren Formen faszinierend. Jedoch können viele schon nach kurzer Zeit mit dem Dargestellten nichts mehr anfangen.

 

Kunst als Wimmelbild, Suchrätsel oder optische Täuschung

Es ist deshalb besser, für den ersten Kunstbesuch gegenständliche Werke auszuwählen. Viele Bilder alter Meister wirken auf Kinder wie ein Wimmelbild. Sie entdecken dann in den Kunstwerken Dinge, die selbst Mama und Papa noch nicht gesehen haben. Oft sind es Kleinigkeiten, die Kindern ins Auge springen: Hunde, die eine Wurst stibitzen, spielende Kinder oder Menschen, die in einer Ecke schlafen. Kindern gefallen deshalb nicht unbedingt die bekanntesten Kunstwerke, sondern die detailreichsten. Gespannt hören sie zu, wenn Eltern anhand der Bilder erklären, wie das Leben vor einigen hundert Jahren war. Auch bunte Tierdarstellungen wie beispielsweise von Franz Marc finden bei Kindern Anklang, denn einige Tiere sieht man nicht sofort auf den ersten Blick. Gemeinsam mit Mama und Papa macht das Suchen jedoch viel Spaß. Auch die Impressionisten bieten für Kinder Faszinierendes. Steht man vor einem impressionistischen Bild, kann man nur Punkte und Striche erkennen. Erst aus der Entfernung verschwimmen die Punkte zu Formen, Landschaften oder Portraits.

 

Kinderführungen und Mitmach-Aktionen

Viele Kunstmuseen bieten Führungen für Kinder an. Einige sind ausschließlich für Kindergartengruppen oder Schulklassen mit Voranmeldungen, andere wenden sich jedoch auch an Familien. Am besten informieren sich Eltern bereits vor dem Museumsbesuch im Internet, ob Führungen für Kinder angeboten werden und ab welchem Alter diese geeignet sind. Auch in Kinderführungen werden Kindern nicht alle Werke des Museums gezeigt, sondern bewusst Bilder vom Personal ausgewählt. Kindgerecht werden die Bilder den Kleinen erklärt und die Kinder dürfen selbst Dinge aus den Bildern herausfinden. So werden Kinder mit Rätselraten der Kunst näher gebracht. Auch wenn Kinderführungen viel kürzer dauern als Führungen für Erwachsene, so sind sie eher für Schul- oder Vorschulkinder geeignet. Kleinkinder können mit den vielen Informationen weniger anfangen und schauen sich Bilder lieber zusammen mit den Eltern an. Bietet ein Kunstmuseum kreative Workshops an, so wendet sich dies ebenfalls an etwas größere Kinder. Diese bringen schon eine gewisse Motorik mit, können mit den Malmitteln und Werkzeugen bereits umgehen und am Workshop ohne ihre Eltern teilnehmen. Unter der Anleitung der Kursleiter entstehen dabei völlig neue Werke, an die sich das Kind zuhause vielleicht nicht selbst herangewagt hätte.

 

Ausgleich nach dem Kunstgenuss

Nach dem Museumsbesuch empfiehlt es sich, den Kindern ein Kontrastprogramm zu bieten. Im Museum mussten die Kleinen ruhig sein und gegebenenfalls an der Hand der Mama gehen. Damit kleinere Kinder nicht quengelig werden und den Spaß an der Kunst verlieren, sollte ein Besuch im Kunstmuseum mit Kleinkindern nicht länger als eine halbe Stunde dauern. Bei späteren Ausflügen in Ausstellungen oder mit älteren Kindern kann sich die Familie steigern. Nimmt bei den Kleinen die Aufmerksamkeit für die Kunst ab, so sollten sie sich auf einem Spielplatz oder im Park anschließend austoben. Vielleicht finden sich dort auch schöne Dinge aus der Natur wie bunte Blätter, Kastanien oder schön geformte Kieselsteine, aus denen man zuhause selbst kleine Kunstwerke schaffen kann. Denn selbst kreativ zu werden bringt Kinder ebenso der Kunst nahe, wie der Besuch einer Ausstellung.

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