Warum malen wir – warum malt man?

Warum malen wir und warum malen viele Erwachsene nicht mehr?

,,Kunst wischt den Staub des Alltag von der Seele’’ (Pablo Picasso*).

Mit Zitaten des spanischen Multigenies Pablo Picasso wollen wir unseren kunstaffinen Besuchern eine kleine kultur- und kunsthistorische Einführung bieten.

Kindermalerei

Das Malen ist so alt wie die Menschheit. Sie ist weder auf eine bestimmte Ethnie, noch auf ein gewisses Alter beschränkt. Einfaches Malen beginnt im sehr frühen Kindesalter und verändert sich sichtlich auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Kreative Betätigung, unabhängig welcher Art*, ist für die körperliche und geistige Entwicklung von enormer Bedeutung. Sie fördert angeborene Fähigkeiten und bringt Überbegabungen zu Tage.
Malen ist spielen, experimentieren, fühlen, Erfahrungen sammeln, kommunizieren, Kultur und pure Freude. In vielen Bereichen steht beispielsweise Malen auf dem Therapieplan, weil es befreit und zeitgleich wie ein Ventil fungiert.
Betrachten wir Kinder, wie sie mit der Malerei umgehen, so wird offensichtlich, dass kräftige, helle und freudige Farben ihre Favoriten sind. Sie sind im positiven Sinne ,hemmungslos‘, wollen sich ausdrücken und wählen gerne Motive aus ihrem nahen Familienumfeld: Opa als Weihnachtsmann, backen mit Mama oder ein Urlaubstag am Meer. Malen macht schlau, setzt Bewegung in Farbe um und verbessert zunehmend die Feinmotorik und die Koordination.
Gleichfalls sind Kinderbilder ein Spiegel der Seele und liefern Einblicke in ihre Gefühlswelt.

Erwachsenmalerei

,,Ich konnte schon früh zeichnen wie Raffael*, aber ich habe ein Leben lang dazu gebraucht, wieder zeichnen zu lernen wie ein Kind’’ (Pablo Picasso).
Im Gegensatz zu Kindern, haben Erwachsene oftmals Hemmungen ein weißes Blatt Papier bunt anzumalen. Sie besitzen eine innere Blockade, spontan loszulegen und den Maluntergrund zu ,entjungfern’.
Wie kommt dieses Phänomen zustande?
Das imaginäre dritte Auge – die Phantasie -, wird zunehmend von unserem Weltwissen gedeckelt. Die Ratio dominiert die Emotion und schnürt den Kunstfluss langsam ab. Erwachsene überlegen zu viel und können sich schwerlich treiben lassen.
Sie verlieren zunehmend ihre Spontaneität und hegen Zweifel, ob sie tatsächlich malen können. Viele denken nur an das Resultat und lassen den Aspekt des eigentlichen Kunstschaffens außen vor. Dies ist sehr bedauerlich, denn malen macht glücklich und bereichert den Alltag. Es befreit und Alltagssorgen werden für einige Zeit weggepinselt!
Das Endergebnis spielt keine Rolle, denn es gibt keine Jury, die Noten verteilt.
Ist die mentale Sperre erst einmal aufgehoben*, eröffnet sich eine wunderbare farbenprächtige Gefühlswelt.

Gibt es einen vernünftigen Grund, der gegen das Malen spricht? NEIN!

Künstlerisch entfesselt

,,Es gibt den Maler, der aus der Sonne einen gelben Fleck macht, aber es gibt auch den, der mit Überlegung und Handwerk aus dem gelben Fleck eine Sonne macht’’ (Pablo Picasso).

Diese Weisheit triff vor allem auf die Werke des katalanischen Künstlers Joan Miró* zu. Er war ein Meister der Farbe, der mit seinen Bildern Freude schenkte und Kunst ohne Altersbeschränkung schuf.
Dieser Text über den Sinn des Malens begann mit einer Weisheit von Picasso und schließt mit einem klugen Zitat, das den Zauber der Malerei zu 100 Prozent wiedergibt. Beginnen Sie morgen mit dem Malen und vielleicht vermag Pablo Picasso auch Sie künstlerisch zu entfesseln.

– *Pablo Picasso (1881-1973), spanischer Maler, Grafiker und Bildhauer.
– *Malen, Zeichnen, Bildhauen, Tonen, Schnitzen, Aquarellieren, usw.
– *Raffaello Sanzio da Urbino (1483 – 1520): Kurzform Raphael. Er war ein italienischer Maler und Architekt zu Zeiten der Hochrenaissance. Einer seiner bedeutendsten Werke ist das Fresko im Vatikan die ,,Schule von Athen’’ (1510 – 1511).
– *Zum Beispiel: Hände ausschütteln, Arme lockern, die Scheu ablegen und einfach Farbe auf das Papier klatschen oder Fingerfarbe auf einen großen Karton streichen.
– *Joan Miró (1893 – 1983): Dieser spanische Maler war einer der Hauptvertreter des Kubismus, des Dadaismus und der Epoche des Surrealismus.

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