Ölfarben Informationen

Gerade bei Ölfarben ist es wichtig hochwertige Farben zu kaufen und auf Künstlerqualität zu achten. Viele Einsteiger begehen oft den Fehler sich komplette Ölfarben Sets zu kaufen, wobei die Hälfte der Farben dann gar nicht gebraucht werden. Wir empfehlen eher, sich hochwertige Farben zu kaufen und daraus alle gebrauchten Töne zu mischen. Zum Beginn braucht man weniger Farben als man denkt. Weiß, Ocker, Blau, Rot, Gelb, Schwarz reichen als Grundfarben Set vollkommen aus.

Wie sind die Ölfarben aufgebaut?

Die Ölfarbe wird aus Farbpigmenten und einem Bindemittel hergestellt. Durch den hohen Anteil an Öl im Bindemittel erhält die Farbe ihren Namen. Öl kann nicht mit Wasser vermischt werden, dafür braucht man Verdünnungsmittel wie Terpentin. Hier sollte man kein günstiges Baumarkt-Produkt nutzen, sondern Terpentinöl oder Balsam-Terpentinöl.

Für Ölfarben werden gerne trocknede und halbtrocknende Öle eingesetzt, die aus Pflanzen gewonnen werden.

  • Leinöl
  • Mohnöl
  • Walnussöl
  • Hanföl
  • Sonnenblumenöl
  • Safloröl
  • Rizinusöl
  • Rapsöl
  • Perillaöl
  • Tungöl
  • Oiticicaöl

Beim Kauf sollte unbedingt auf die Lichtechtheit der Farben geachtet werden, diese sind meist mit einem Sternsystem auf der Farbgebinde gekennzeichnet. Je mehr Sterne, desto Lichtechter ist die Ölfarbe, was bedeutet, dass diese mit der Zeit nicht verblasst.

Ebenfalls auf dem Gebinde sollte die Deckkraft der Ölfarbe stehen. Generell haben Ölfarben eine sehr hohe Deckkraft, manche Farben sind aufgrund ihrer Pigmente jedoch nur halbdeckend oder halbtransparent.

Was ist der Unterschied von Ölfarben und Acrylfarben?

Ölfarben haben im Gegensatz zu Acrylfarben eine große historische Bedeutung und wurden sehr lange nur aus natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt. Da die Farben nicht haltbar gemacht werden können, mussten die Ölfarben früher sehr schnell verbraucht werden, was ein großer logistischer Aufwand in der Produktion der Farben bedeutete. Erst als die Farbtube erfunden wurde, konnten die Farben gelagert und sogar transportabel gemacht werden. Damit trennte man die Farbproduktion von der Malerei, was einen regelrechten Boom in der Freiluftmalerei verursachte.

Um Ölfarben zu malen wird eine Grundierung benötigt. Das kann ein bespannter Keilrahmen mit Gesso sein oder auch eine Schicht Acrylfarbe. Wichtig ist, dass der Malgrund schwach saugend ist und der Ölfarbe nicht zu schnell die Flüssigkeit entzogen wird. Ansonsten kann sie spröde werden und an Leuchtkraft verlieren.

Acryfarben trocknen sehr schnell, weshalb manche Künstler sogenannte Retarder einsetzen. Ölfarben trockenen in dem Sinne gar nicht, sondern sie oxidieren, was streng genommen über Jahrzehnte dauern kann bis dieser Prozess abgeschlossen ist. Es gibt dennoch einen Punkt, an dem der Maler das Bild weiterberarbeiten kann, hier sprechen die Künstler von Grifffestigkeit. Ab wann ein Bild grifffest ist hängt sehr stark mit den eingesetzten Materialien wie Öl, Pigmenten und der Grundierung zusammen, zudem können beigemischte Sikkative den Prozess beschleunigen. Neben der eingesetzen Farbe ist auch die Farbdicke entscheidend, wie schnell das Bild grifffest wird.

Ein flüssig gemaltes Ölbild braucht bis zu 2 Tage Trocknungszeit, ein flächig gemaltes Bild bis zu 4 Tage und ein pastos gemaltes Bild bis zu 12 Tage. Bei manchen Farbetönen der gleichen Marke können die Trocknungszeiten ebenfalls variieren.

Was zeichnet eine gute Ölfarbe aus?

Bei den Ölfarben kommt es vor allem auf die verwendeten Pigmente an. Je hochwertiger die eingesetzten Pigmente, desto mehr Leuchtkraft besitzen die Farben. Die Reinheit der Pigmente bestimmen die Farbbrillianz und sorgen für ein Leuchten der eigensetzen Farben.

Die Lichteinheiten gibt an, wie widerstandsfähig die Farben gegenüber UV Strahlung ist. Farben mit einer hohen Lichteinheit verblassen nicht so schnell und sind Beständiger. Hierbei ist darauf zu achten, dass es Unterschiede zwischen verschiedenen Farbtönen von Herstellern geben kann. Für Ölfarben in Künstlerqualität werden meist Pigemente mit der höchsten Lichteinheit verwendet, weshalb manche Farbtöne einen höheren Preis haben können als andere Farbtöne des gleichen Herstellers. Die Lichteinheit wird bei den meisten Herstellern in Form von Sternen angegeben.

Ebenso wichtig ist die Deckkraft der Künstlerfarben. Mit einem Quadrat wird die Deckfähigkeit der Farbe angegeben. Ein volles Quadrat zeigt eine deckende Ölfarbe. Ein halbes Quadrat zeigt eine halbdeckende Farbe und ein leeres Quadrat eine Farbe die zum Lasieren geeignet ist.

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