Zur Einführung eine kleine Pinselkunde

Der ,Pinsel’ (Die heutige Bezeichnung ,Pinsel’ stammt aus dem Mittelhochdeutsch und ist von dem Wort ,Bensel’ abgeleitet) besitzt eine sehr lange Entwicklungsgeschichte. Mit Beginn der Menschheit entstanden weltweit gemalte Darstellungen. Blickt man in das Innere steinzeitlicher Höhlen, können Wissenschaftler mit Hilfe von Wandbildern den Alltag, die Lebensumstände und die damalige Fauna und Flora erforschen. Die Jagd-, Tier- und Stammesszenen wurden mit Händen, Fingern und Pinseln (Die damaligen Pinsel wurden aus Tierhaaren wie Mammut, Eichhörnchen, Wildschweine, etc. hergestellt. Sie umwickelten Holzstöcke mit Pflanzenfasern um die Haare zu fixieren) verewigt (Ruß, Blut, Beeren, Blätter, Schlamm, Erde, usw. waren Farbenlieferanten für unsere Vorfahren).
Antike Hochkulturen (Zum Beispiel: die ,Alten Ägypter’, China, das Zweistromland, die Azteken, Rom, die ,Alten Griechen’, Persien, Irak, usw.) legten gesteigerten Wert auf die Ausschmückung ihrer Privatgemächer und ihrer letzten Ruhestätten. Die schönen Künste nahmen den Löwenanteil ihres Herrscherdaseins ein. Die Regenten beschäftigten Heerscharen von bildenden Künstlern, Bildhauern, Steinmetzen, Architekten, Statikern, Tänzern und Musikern.

Der Inhalt dieses Berichts widmet sich dem Acrylpinsel

Insbesondere Malanfänger interessieren sich für folgende Frage: Welche Pinselgröße ist am besten geeignet?
Diese Frage lässt sich nicht mit einem Satz beantworten.
Ein Künstler sollte immer auf ein vielfältiges Sortiment zurückgreifen können. Die richtige Pinselauswahl ist abhängig vom Motiv, vom Format, von der Farbigkeit und von der eigenen Tagesform. Ideal ist ein Querschnitt von unterschiedlichen Größen:
Für einfachere Tätigkeiten, wie beispielsweise das Grundieren, genügt ein etwas günstigerer Borstenpinsel (Borstenpinsel: Wildschwein oder Hausschwein.) in der Stärke 14, 16, 18 oder 20. Komplizierte, winzige und feine Darstellungen (Beispiele: altmeisterliche Technik, Portraits, filigrane Spitze oder Frisuren, Fingernägel, Augen, Zierknöpfe, Lichtakzente, usw. Schlepperpinsel eignen sich sehr gut für das Schriftmalen und für Signaturen) benötigen kleine Größen (Nummer 0, 2, 4 oder Einhaarpinsel) und hochwertige Borsten (Hochwertige Borsten: Zobel, Rotmarder, Fehhaare, Rinderhaare).
Mit den Stärken 8 bis 14 können Einsteiger und Fortgeschrittene sehr gut umgehen. Viele Motive – gegenständlich oder abstrakt -, lassen sich mit diesen Pinselgrößen umsetzen. Acrylfarben lassen sich wunderbar mit Synthetikpinseln auftragen. Sie sind mit elastischen und kräftigen, dicken und dünnen, langen und kurzen Borsten verfügbar. Zu welchem Malstil welche Borste passt, lässt sich nur individuell beantworten.

Wer anfänglich noch ein bisschen unsicher ist, die korrekte Stärke zu wählen, greift auf ein Pinselmalset zurück. Es beinhaltet unterschiedlich kleine und große Pinsel. Besonders als Neuling will man kein Vermögen ausgeben, sondern sich erst schrittweise mit der Materie vertraut machen. Erst mit zunehmender Erfahrung kristallisieren sich die Materialunterschiede und die persönlichen Vorlieben heraus.

Reinigung der Pinsel

Acrylfarben sind wasserlöslich und lassen sich aus jedem Pinsel leicht entfernen. Reinigen Sie Ihre Pinsel immer mit viel Gefühl. Starkes drücken, auswringen oder quetschen schadet der Borstenstruktur. Pinsel dürfen aus zwei Gründen niemals in einem Wasserglas stehen bleiben:
Die Borsten verbiegen sich und die Zwinge beginnt zu rosten.
Nach einem sanften Ausspülen werden die Borsten glatt gestrichen und wieder in Form gebracht. Pinsel trocknen schonend bei Zimmertemperatur. Heizkörper, Sonne oder Föhnluft sind tabu, sie zerstören die Elastizität und die Textur der Borsten.

Ein hilfreicher Ratschlag zum Schluss

Seien Sie experimentierfreudig!
Trauen Sie sich den Pinsel über das Blatt oder die Leinwand zu schwingen. Lassen Sie sich von dem Pinsel leiten, agieren Sie spontan und schalten Ihren Verstand aus. Durch einen rasanten, kreisenden, dynamischen oder heftigen Pinselduktus (Pinselduktus: Der Duktus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich ,Leitung, Führung’) entstehen sensationelle Effekte. Sie erlangen mit dieser Übung ein Gespür für mannigfaltige Farbaufträge und immer mehr Sicherheit den Pinsel korrekt zu führen und auf dem Maluntergrund zu platzieren.

Erfahren Sie mehr über Acrylmalerei, AcrylfarbenAcryl Malmittel, und Malgründe für Acrylmalerei