Die Geschichte der Acrylfarbe

Das Wort „Acryl“ stammt aus dem Lateinischen ,acer’ und bedeutet scharf, weil die transparente, chemische Substanz einen stechenden Geruch besitzt.

1934 wurde dieses Medium von dem deutschen Chemiekonzern BASF (Badische Anilin- und Soda-Fabrik) für industrielle Zwecke entwickelt. Zwei Dekaden später, entdeckte die Kunstwelt die tollen Eigenschaften der Acrylfarben.

Die 50er Jahre, ergo die Nachkriegszeit, war voller Ideen, Impulsen und Innovationen. Populäre Kunstwerke der Fifties, wie beispielsweise die Plakat-, Pin-up- und Werbekunst, wurden mit der neu entdeckten Acrylfarbe umgesetzt. Auch nationale und internationale Künstler, die mit Hilfe diverser Druckverfahrentechniken (Siebdruck, Serigraphie, Lithographie, Holzschnitt, Holzstich, Linolschnitt, Radierung, usw.) ihre Kunst vielen Menschen zugänglich machten, waren von den Vorzügen der Acrylfarbe maximal begeistert. Namhafte Künstlergrößen, wie der Spanier Joan Miró (1893 – 1983), die Amerikaner Marc Rothko (1903 – 1970), Andy Warhol (Begründer der Pop Art 1928 – 1987) und Keith Allen Haring (1958 – 1990), der Österreicher Friedensreich Hundertwasser (1928 – 2000), die Deutschen Gerhard Richter (geboren 1932 in Dresden) und Sigmar Polke (1941 – 2010), der Japaner Takashi Murakami (der Allround Künstler kreierte u.a. die Serie Multicolor Monogramm Kollektion für das französische Luxuslabel Louis Vuitton – 1962) oder auch der Brite Damien Hirst (1965) schufen viele Arbeiten mit Acryl.

Dank seiner Farbstruktur, Wasserlöslichkeit, schöner Fließfähigkeit und Elastizität ist Acryl sowohl für etablierte Profis, als auch für Maleinsteiger prädestiniert.

Ein weiterer Pluspunkt der Acrylfarbe ist, dass sie sich bestens als Grundierung für Ölbilder eignet. Die lange Wartezeit entfällt, der Künstler kann noch am gleichen Tag mit dem Bild beginnen. Voraussetzung für dieses Verfahren: Öl und Acryl verbinden sich nicht, deshalb muss der Untergrund 100% trocken sein.

Wie sieht ein gelungener Einstieg in die Acrylmalerei aus?

Alle bildenden Künstler benötigen eine Basis, auf die sie im Laufe der Zeit aufbauen können.

Ein künstlerisches Must-have sind definitiv die Grundfarben (Sie werden auch Haupt- oder Primärfarben genannt) : Blau & Rot & Gelb.

Warum ist das Besondere an den Grundfarben und warum tragen sie diesen Namen? Rot, Blau und Gelb können aus keiner Farbmischung gewonnen werden. Sie sind das Farbfundament, weil mit diesen jede Nuance gewonnen wird*.

Weiter bereichern Grün, Orange, Naturfarben (Siena, Ockergelb, etc.), Violett, Grautöne, Mokka und die Nichtfarben Schwarz & Weiß die Künstlerpalette. Acrylfarben sind sehr erschwinglich, darum kann man sich den einen oder anderen zusätzlichen Spezialton gönnen. Die Farben sind in Tuben – ähnlich wie Ölfarben – in Deckeltöpfen oder in Kunststoffflaschen mit einem Clip Dosierer erhältlich. Die gewünschte Portion lässt sich leicht herausdrücken, der anhaftende Clip-Verschluss dichtet die Flasche ab.

Das Sortiment an Pinseln ist riesig. Ein kleiner, zwei, bzw. drei mittlere und ein großer Pinsel sind bei allen Malern Standard. Die Länge der Borsten und der Stiele sind eine Frage des persönlichen Geschmacks. Reine Naturborsten (meist Wildschweinhaare) eignen sich ebenso gut wie Kunststoffhaare oder Mischborsten. Wichtig ist, Pinsel nie ungereinigt zu trocknen oder sie im vollen Wasserglas zu vergessen. Das Metall rostet mit der Zeit und verformte Pinselhaare lassen sind nachträglich nur sehr schwer wieder dressieren (ausstreichen und formen).

Ein idealer Maluntergrund für Acrylfarben existiert nicht. Fast jedes Material ist verwendbar: Aquarellpapier (grob- oder feinkörnig), Papier, Packpapier, Karton, Leinwand, et cetera.

Staffeleien in unterschiedlichen Größen und Preiskategorien sind ausgezeichnete Begleiter und erleichtern den künstlerischen Schaffensprozess.

Welche Techniken sind für Einsteiger geeignet?

Man kann sich ausschließlich für die klassischen Techniken entscheiden, oder eine kreative Mischtechnik (Acryl kombiniert mit Öl, Pastellkreide, Filzstifte, Fingerfarben, Tusche, usw.) mit anderen Materialien wählen. In der Kunst müssen Farb- und sonstige Experimente erlaubt sein. Manchmal entstehen sensationelle Effekte aus einem puren Zufall heraus.

Nass-in-nass

Der Künstler wartet nicht, bis sein Farbauftrag getrocknet ist. Nein, er arbeitet absichtlich nass-in-nass. Die Farben laufen bewusst ineinander. Das Ziel sind spezielle, meist unvorhersehbare Effekte, die durch die Vermengung der Farbnuancen entstehen. Bei dieser Technik wäre es opportun, wenn die Acrylfarben stark mit Wasser verdünnt sind.

Airbrush

Künstler mit viel Erfahrung befüllen ihre Spritzpistolen mit Vorliebe mit Acrylfarben. Je nach Farbenhersteller, beleben die prächtigen Pigmente die Bilder und lassen sie, je nach Intensität, leuchten. Die Airbrush Methode lässt hauchdünne, graphische oder auch feine Farbverläufe entstehen. Speziell Designer, Fotorealisten und Graphiker bedienen sich dieser Technik.

Granuliertechnik

Konvexe (nach außen gestülpt, respektive gewölbt – das Gegenteil ist konkav, nach innen) Untergründe entstehen mit Sand, Textilien, Schwämmen, Gitter & Flitter, Steinchen oder Papierschnipsel. Sie haften mit Leim oder Wachs auf den Maluntergründen. Die emporstehenden Gegenstände werden mit Acrylfarben teils komplett übermalt oder nur partiell mit Farbe bestrichen. Der künstlerischen Freiheit sind bei der Granuliertechnik keine Grenzen gesetzt.

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